Farbenreich

Farbe ist erst einmal nur eine Deckschicht auf einem Trägermaterial. Ob das mit dem „Decken“ auch klappt, hängt von 2 Faktoren ab: Der Farbe und dem Untergrund.

Pauschal lässt sich sagen, dass teurere Farben mehr Pigmente enthalten und damit auch besser decken. Es kann also durchaus effizient sein, mehr Geld in die Farbe zu stecken und damit einen Streichgang einzusparen.

Außerdem lohnt es sich, den Untergrund gut vorzubereiten. Kalkende Untergründe, zu erkennen am Farbmuster auf dem Pullover, mit dem man sich gegen die Wand gelehnt hat, müssen zuerst feucht abgewischt und nach dem Trocknen mit Sperrgrund behandelt werden.

Soll die Wand sehr glatt sein, kann es notwendig sein, vor dem Anstrich Zeit in das Spachteln der Wand zu investieren.

Arbeit mit Freude

Streichen macht keinen Spaß, wenn es keinen Vorher-Nachher-Effekt gibt. Gut deckende Farben, konsequent von den Lichtquellen weg gestrichen und schattierungsfrei aufgetragen, gelingen nur, wenn auch der Untergrund gut präpariert ist.

Hierfür können Sperrgründe, Spachtelarbeiten oder andere Techniken und Maßnahmen notwendig sein. Sie alle haben eins gemein: Sie sparen Zeit und Geld. Und die Arbeit macht mit solchen Vorarbeiten mehr Freude - uns und unseren Auftraggebern.

Gut geklebt hält länger

Es gibt selbstklebende Untergründe, unser bevorzugtes Verfahren ist aber das Auftragen eines Klebers mit dem Zahnspachtel. Für eine haltbare Verbindung braucht es die genau richtige Menge Kleber zwischen Vinyl und Tragschicht. 

Der Zahnspachtel hilft, wenn die richtige Verzahnung gewählt wird, die richtige Menge aufzutragen.

Spachteln - Make Up für die Wand

Das Spachteln von Wänden und Decken ist Vorbereitung und Qualitätsmerkmal gleichermaßen. Die Qualität einer gespachtelten Oberfläche wird in 4 Qualitätsstufen eingeteilt. 

  • Q1 entspricht einer Spachtelarbeit, die zur Vorbereitung von Fließenlegerarbeiten geeignet ist.
  • Q2 eignet sich für matte Anstriche und gröbere Tapeten, wie z.B. Rauhfaser
  • Q3 hat eine Körnung von unter 1mm und reicht für fein strukturierte Anstriche und Beschichtungen. Kanten sind bereits scharf gezogen. Zum Erreichen der Qualität sind mehrere Arbeitsschritte nötig und zwischendrin das Einhalten von Trocknungszeiten abzuwarten.
  • Q4, eine Qualität, die auf den Vorarbeiten zu den anderen Qualitäten führt, ist geeignet für glänzende und reflektierende Oberflächen, wie z.B. Lacke oder Metallbeschichtungen.

Wie Marmor an der Wand - Stucco Veneziano

Venezianischer Putz ist eine Technik der Wandbeschichtung, die inzwischen über 500 Jahre alt ist. Sie ist dekorativ und langlebig, aber schwer aufzutragen. Traditionell wird Kalk mit Marmormehl, also fein gemahlenem Marmor, vermischt und in die Farbe verrührt. 

Die Spachtel- oder Putztechnik anzuwenden braucht Erfahrung und eignet sich eher nicht für den Selbstversuch.

Nicht zu verwechseln ist der Venezianische Putz, oder der Stucco Veneziano, mit Spachtelpasten, wie sie in Baumärkten als Fertigsysteme zu kaufen sind. Diese synthetischen Spachtelpasten bestehen aus Acrylpolymeren, Gips und Ton und sind deutlich leichter zu verarbeiten als venezianischer Putz, haben aber eher die Haltbarkeit von Farbe, während venezianischer Putz eine normale Hauslebenserwartung locker übertrifft.